Patchwork? Rockt!

Patchwork – eine der ältesten Formen des Recyclings!

Bei dieser traditionelle Handarbeitstechnik werden Reststücke von Textilien oder Ähnlichem zu einem neuen, größeren Teil zusammengesetzt. Laut Wikipedia gibt es die Technik schon ewig, das älteste bekannte Stück soll  1000 v. Chr. in Ägypten gefertigt worden sein, ein Sargtuch aus Gazellenhaut oder besser: aus Gazellenleder-Resten.

Die Kostbarkeit der Materialien war den Menschen damals so bewusst, dass sie nichts von den mühsam erworbenen Ressourcen leichtfertig wegwarfen, sondern im Gegenteil sogar ehrerbietige Dinge wie eben jenes Tuch daraus gestalteten.

(Gerne wollte ich Euch hier ein Bild davon zeigen, suchte es aber vergeblich im Weltweiten Netz. Sollte jemand von Euch vorhaben, demnächst nach Ägypten zu reisen, dann versucht doch mal an einem Regentag herauszufinden, wo genau es sich befindet – dazu schweigt Wikipedia nämlich und das restliche Internet tut es ihr nach. Und wenn ihr es dann noch schafft, für uns ein Foto davon zu ergattern, bekommt ihr all unsere Sympathiepunkte, die wir diesen Monat zu vergeben haben!)

Das dem Patchwork  innewohnende Prinzip, die Ressourcen zu schonen, ist solch ein intelligenter Ansatz, (er tut ja langfristig nichts Geringeres, als den Fortbestand der Art zu schützen!) , dass er sich für alle Zeiten hätte durchsetzen müssen.

Möchte man meinen.

Aber bedauerlicherweise erfreuen sich häufig andere Ansätze bei unsere Spezies größerer Beliebtheit. Diese sind oft das Gegenteil von intelligent und zukunftserhaltend, werden mit mannigfaltigen einfältigen Gründen gerechtfertigt und sind besorgniserregend ob der nicht zu vernachlässigende Zahl ihrer Anhänger.

Aber jammern bringt nix. Und das Schlechte kritisieren ist zwar gut, besser noch ist mit alternativen Vorschlägen um die Ecke zu kommen!

Und daher haben wir hier ein paar Ideen zusammengetragen, über die man mal nachdenken könnte:

– Wie wär es denn zum Beispiel damit, Neuware nur dann zu kaufen, wenn es wirklich keine brauchbare gebrauchte Alternative gibt?

– Oder mal Gebrauchtes zum Geburtstag zu verschenken, ohne zu denken, dass das schäbig rüberkommt? Wenn die Umverpackung weg ist, sieht man vielen Dingen gar nicht an, ob sie neu sind. Und manch Gebrauchtes hat sowieso mehr Charme…

– Und wie wäre es überhaupt mal damit, weniger Einheitsbrei-Ketten in den Shopping Malls zu haben und statt dessen mehr coolen Second-Hand-Läden an den Einkaufs-Hotspots ein Dasein zu gewähren? Das ist momentan meine Lieblingskonsumphantasie!

Schön ist, dass die Vintage- und DIY-Kultur so im Aufschwung ist. Wichtig ist nur ein Auge darauf zu haben, dass sich das Ganze nicht pervertiert. Wenn man beispielsweise mit Do-it-yourself-Kits mehr Müll fabriziert, als wenn man die Materialien selbst zusammensucht, oder ein Überangebot von Handarbeitszeitschriften existiert (allein zum Thema Patchwork gibt es drei oder vier !), von denen ein Großteil Woche für Woche wieder eingestampft wird, dann ist der Grundgedanke wohl nicht mehr gegeben.

Ein Letztes noch, das das mir durch den Kopf geht: Ich führte vor Ewigkeiten mal ein Gespräch mit einem früheren Freund, der jetzt buddhistischer Mönch ist oder vielleicht auch nicht. Und sein Erstauen war groß, als ich mich nicht – wie er es eigentlich von mir erwartete – völlig und grundsätzlich  gegen eine konservative Haltung aussprach.  Konservativ kommt schließlich von conservare  – was ich als Frau mit Großem Latinum wie auch jeder, der schon mal eine Konservendose in der Hand hielt, weiss, bewahren heißt.

Und es gibt Ding die es wert sind, bewahrt zu werden. Allerdings sicher keine rückwärtsgewandten Ansätze, die andere Menschen verachten.

Wir wünschen Euch eine angenehme Zeit, Freunde!

Auf bald,

vonDrecksgold

PS: Und hier noch eine kleine Videoempfehlung. Da kämpft einer mal zu Abwechslung nicht gegen die Windmühlen, sondern für sie. Ein Anti-Don-Quijote sozusagen…

http://thekidshouldseethis.com/post/the-1000-year-old-windmills-of-nashtifan-iran

Ach ja, und hier ist unsere Rocking Chair!


Patchwork-Schaukelstuhl „Trigon“, 2017

In Eigenregie oder Das Fenster zum Hof

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ACHTUNG! Dieser Beitrag handelt – auch – ein bisschen von Tod und Nachruhm und solche hochtrabenden Dinge. Wem das nix ist, kann gleich runterscrollen zur GIF-Animation. Die ist lustig und ein Stuhl. Immerhin geht es hier doch nach wie vor um MÖBEL und nicht um das LEBEN!
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Ich meine mich zu erinnern, an irgendeiner oder an mehreren (oder sogar an verschiedenen) Stellen gelesen zu haben, dass Alfred Hitchcock bei seiner Regiearbeit alles akribisch plante, nichts dem Zufall überlies, und exakt nach dem von ihm verfassten Storyboard drehte. Die Schauspieler hatten keinen großen Spielraum für Variationen oder gar eigene Ideen, was meine kleine Schauspieler-Seele aufschreien lässt, welche es hasste, nur die Marionette des Regisseurs zu sein. Aber keiner der Regisseure, mit denen ich damals arbeitete, war solch ein Genie wie Hitchcock. Und in einem seiner grandiosen Filme besetzt zu sein, wäre unglaublich cool.

Am liebsten hätte ich wohl Marnie gespielt. Die Kleptomanin mit dunkler Vergangenheit. Oder aber auch „Lisa Carol Fremont“ aus Das Fenster zum Hof. (Zitat James Stewart als L. B. „Jeff“ Jefferies: „Sie ist zu vollkommen. Sie ist zu talentiert. Sie ist zu schön. Sie ist zu intellektuell.“ Was will man mehr sein…?) Beides coole Rollen.

Aber was ich am coolsten fände, wäre selbst Hitchcock zu sein!

Naja, vielleicht nicht unbedingt die Person Hitchcock. Denn dann wäre ich nicht ich. Sondern ein Mann. Und tot.

Aber so begnadet wie er und so selbstbestimmt in meinen durchdachten Handlungen, die mich zu der Erschaffung des Kunstwerks führen, das mich erfüllt und bleibt, selbst wenn ich nicht mehr bin…Hach, das wär‘ schon was!

Letztens konnte ich nach langer Zeit einen Abend mit einem meiner liebsten Menschen verbringen und in unserem bereichernden Gespräch ging es an einer Stelle um das Folgende. Krude Theorie: Männer erschaffen Kunstwerke, weil sie keine Kinder gebären. Oder umgekehrt, Frauen erschaffen keine Kunstwerke,  weil sie Kinder kriegen. Daher gäbe es keine bedeutenden weiblichen Künstler, Politiker oder ähnliches.

Nun nach der Geburt des Kindes kann ich bestätigen, was ich schon immer wusste: Das ist großer Schwachsinn. Ich will immer noch – und irgendwie erst recht – Kunstwerke erschaffen, etwas nach mir Bleibendes hervorbringen, die Welt mit meinem Handeln positiv beeinflussen. (Das dies unabhängig vom Geschlecht ist, bestätigten der Freund und ich übrigens mit einem High five.)

Aber jetzt mal zurück zum wesentlichen Element diese Blogs, den Möbeln.

Weltpremiere! Etwas noch nie Dagewesenes! Erstmals in der Geschichte von vonDrecksgold ist es uns gelungen, ein Möbelstück wahrhaft lebendig werden zu lassen.

Seht selbst!

part2fragezeichen

GIF it to me, baby! Aha, Aha!“

Ich könnt jetzt die Entstehungsgeschichte des Regiestuhls an dieser Stelle noch einmal aufschreiben oder – als Faultier – via copy/paste den Beschreibungstext der etsy-Anzeige hier einfügen. Oder –

ich füge einfach HIER den link zu der Anzeige auf etsy ein. Ich glaube, das mach ich jetzt direkt mal: Direktlink.

Hab ich übrigens schon erwähnt, wie toll es wäre, wenn mehr Menschen meine Texte lesen würden?  Also toll zumindest für mich. Keine Garantie kann gegeben werden, dass es auch toll für den Lesenden ist. Aber ein Versuch wäre es alle mal wert. In diesem Sinne, danke an dich, der/ die du es bis hierhin zu lesen geschafft hast fürs Partizipieren!

PS: An dieser Stelle möchten wir noch auf eine Internetseite verweisen, welche wir in unserem RSS Feed Reader gespeichert haben und zwar diese, sie heißt open culture. Und abgesehen von ihrem nicht sehr atemberaubenden Design ist sie eine wahre Schatztruhe. Hier gelangt man dort auf weitere links, um Hitchcock-Filme for free schauen zu können. Aber Vorsicht: Diese Website ist nichts für Leute, die sagen, Bildung schadet. Ich gehe jedoch sowieso nicht davon aus, dass AfD-Anhänger unseren Blog lesen.

Sommerzeit ist Reisezeit!

VORWORT: Dieser Beitrag ist eine Reise in die Vergangenheit. Die Veröffentlichung des Textes vor der Reise wurde durch diverse Umstände, auf die ich hier nicht näher eingehen möchte, torpediert. Nur soviel sei dazu gesagt: Wer die Hand-Mund-Fuß-Krankheit für einen Witz hält, hat noch keine Kinder…Begeben wir uns aber nun gemeinsam auf die Reise von der Gegenwart in die Vergangenheit, um irgendwann Back to the Future zu landen. Zwar haben wir keinen Delorean, aber dafür hat unser guter, alter Skoda Oktavia Kombi in diesem Beitrag eine tragende Rolle. (Manche Wortspiele sind zu platt, um sie sich zu verkneifen!) And here we go! VORWORT ENDE.

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Sommerzeit ist Reisezeit!

Und bevor wir uns für eine (viel zu kurze! – und das ist uns vorher schon klar!) Woche in den Familienurlaub nach Dänemark verabschieden, hier noch schnell unsere Geschäftsidee für das bei Touristen trotz rückläufiger Tendenzen im Städteranking nach wie vor beliebte Berlin.

Gemeinsam entwickelt wurde die Idee mit der von uns hochgeschätzten, sich in der touristischen Hochburg Friedrichshain auskennenden, da dort befindlichen Bar „Sieben“ , dem „überdurchschnittlich sympathische[n] Getränkekonsum-Etablissement am Ostkreuz“ (Zitat: vonDrecksgold)  (previous).

Als vor ein, zwei Jahren die ersten Sightseeing-Doppeldecker-Busse gesichtet wurden, die die Wühlischstraße entlangfuhren, blieb man noch entgeistert und wie plötzlich angewurzelt stehen, selbst wie ein“großer Kraftwagen mit vielen Sitzen zur Beförderung von Personen“ (Zitat: Duden) dreinblickend.

„Hat Disneyland nun tatsächlich klammheimlich seine Dependance in Berlin eröffnet?!?“, wurde gemunkelt. – „Allerdings wäre wahrhaftig kein Bezirk  besser dafür geeignet als Friedrichshain…“, lästerte man hinter vorgehaltenem kleinen Finger, (zufrieden damit, selbst Neuköllnerin zu sein.)

Als wir nun vor einiger Zeit eines der Sieben-Sofas zur Generalüberholung abholten, nutzen wir gleich die Gelegenheit, unseren neuen Dachgepäckträger (den VW-Bus des kleinen Budgets -) zu testen.

Doch halt! Eröffneten sich da – über den schnöden Möbeltransport hinaus-  nicht noch viele weitere Nutzungsmöglichkeiten?!? Wäre es nicht für jeden verlockend, auf diesem Wege von Club zu Club zu touren, eine Chill-out- Pause einzulegen, oder bei einem schönen Glas Moskau Mule Berlin bei Nacht zu beschauen? Noch dazu in einer sich anbietenden, da zur Zeit stattfindenden, lauen Sommernacht? Schlüge da nicht ein jedes Herz vor Entzücken höher, das des Individualtouristen genau wie das des Berliner Clubszene-Liebenden?!

Da ist man selbst (fast) gewillt, auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Seht selbst!

Unbenannt
Na? Na? Ist das nix??

Nein.

Denn es wurde sich dann doch ziemlich rasch und einstimmig dagegen entschieden. Wie sähe das denn auch aus, wenn die Bedienung statt hinter der Bar zu stehen, neben so ner Tourikutsche herrennen müsste? Der Traffic ums Ostkreuz herum ist außerdem doch jetzt schon viel zu hoch!

Tja. Und wieder einmal konnte vonDrecksgold den Beweis antreten, dass Idee und Dummheit oft nah beieinander liegen. Zumindest was ihre Synonyme anbelangt, die nur durch einen Buchstaben voneinander zu unterscheiden sind…

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NACHWORT
„Kein Vorwort ohne Nachwort!“
Ach so? Ok. Hier bitte…
Huch! Also jetzt finde ich doch glatt das Nachher-Bild, für welches ich sehr, sehr, sehr, sehr, ich betone sehr schwere Bierzeltgarnituren schleppen musste, deren Gewicht mich fast in den Boden gemalmt und auf der anderen Seite der Welt wieder rausgedrückt hätte, Godzillas Fuß ist ein Scheiß dagegen, nicht mehr aufm Rechner!!! ( Jawohl, diesen Satz meine ich vollkommen ernst, und wer das bezweifelt, kann mich mal.) Da muss wohl der neugierige Leser aus der virtuellen Welt hinabsteigen und sich in der Sieben das reale Produkt unseres Tuns anschauen gehen. Und wer uns dann obendrein noch sagen kann, von welchen zwei Synonymen weiter oben die Rede war, bekommt von vonDrecksgold ein Getränk spendiert! Großes vonDrecksgold-Ehrenwort!
NACHWORT ENDE!

Die drei ??? und das Vermächtnis des Alvar Aalto

Als Nici noch klein war, schon lange bevor sie überhaupt daran dachte, jemals einen anderen „Beruf“ auzuüben, als mit ihren Spielsachen zu spielen, und auch noch als sie felsenfest überzeugt war, Archäologin und nichts anderes zu werden, hörte sie wahnsinnig gerne „Die drei ???“.

Auch wenn Frau Nathan mittlerweile nicht mehr unsterblich in Justus Jonas verliebt ist, (ja, an dieser Stelle gibt sie unumwunden zu, dem war einst so), gruselt sie sich noch heute bei manchen Folgen.
Und auch ihre Begeisterung für Schrottplätze ist geblieben.

Daher war es ihr ein Fest, als wir in diesem Sommer einen ihrer lang gehegten Wünsche wahr machten und den Schrottplatz Autoverwertung Fröhlich in ihrer alten Heimat besuchten, um die Schrottautos nach brauchbaren Sicherheitsgurten zu durchforsten.

Wir durchstöberten also die Autowracks nach Schätzen, kletterten in ihnen herum und schnitten und rissen jene Teile heraus, die wir für unsere Möbel gebrauchen konnten. Aber jedesmal, wenn wir beim Türöffnen das dicht daneben stehende Auto rammten, zuckten wir zusammen. So tief verwurzelt ist also die anerzogenen Angst davor, einen Kratzer in den Lack des Lieblingsgefährt(en) des Menschen zu machen, dass wir dies selbst reflexartig bei solchen Karren taten, die nicht mehr dem Standard des hochgeschätzen Statussymbols entsprachen. Aber das nur nebenbei.

Wieso waren wir eigentlich überhaupt auf einem Schrottplatz gelandet? Nun, wir dachten uns, welch schönes und hochwertiges Material doch Autogurte darstellen und wie schade es ist, diese nicht einer neuen Bestimmung zukommen zu lassen, wenn sie nicht mehr benötigt werden, zumal es doch so viele von ihnen gibt. Wahrlich sind wir nicht die ersten, die auf solch eine Idee kommen, aber das muss uns ja nicht von ihrer Umsetzung abhalten, wenn wir sie als „hervorragend!“ befinden.

Ziemlich schnell kam uns Alvar Aaltos Stuhl 611 in den Sinn, und wenn wir klauen, dann nur bei den Besten! Und so wurde unser erstes Stück mit Schrottplatzteilen diese kleine Reverenz an einen der wichtigsten Designer Finnlands und der Welt.

PS: Übrigens bietet die Autoverwertung Fröhlich noch ein weiteres, tolles Erlebnis an für Leute, die unter Autoaggression leiden oder auch nicht: Autos zertrümmern. Die Autoverwertung stellt das Auto zur Verfügung und ihr müsst nur noch draufhauen, bis ihr nicht mehr könnt oder wollt! Wer also noch auf der Suche nach einer passenden Geschenk-Idee für Weihnachten ist und in der Nähe von Frankfurt wohnt hier der link. Wir setzen das auf jeden Fall mal auf unseren Wunschzettel.

Und nun noch ein paar Beispielbilder von unserem ersten „Autositz“.

seitenansicht2.1
Einerseits…

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…andererseits.

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Vorher…

frontal
…Nachher!

Glowing Tree

Blog
Was lange währt…
Naja den Spruch kann ich mir schenken, doch er kommt einem unweigerlich in den Sinn, wenn man an die Entstehungsgeschichte dieser Lampe denkt.
Alles begann mit einer gefällten Trauerweide in einer Kleingartenkolonie. Die herumliegenden Äste und Baumscheiben taten uns leid, (vielleicht auch wegen der Koinzidenz, dass es sich um eine Trauerweide handelte,) und wurden so kurzerhand ins Auto verfrachtet.
Das Holz war noch relativ feucht, und die Profis unter den Lesern wissen, dass so dickes Holz mindestens 1 Jahr trocknen muss, bevor es verarbeitet werden kann. So lag es also ein paar Monate in einer hellen Zimmerecke herum.
Eines Tages entdeckten wir, dass das vermeintlich tote Holz wieder ausschlug – sendete uns die Trauerweide eine Botschaft aus dem Jenseits…? Die Triebe kamen ins Wasser, einer überlebte tatsächlich und konnte das Erbe des Mutterbaums antreten.
Als das Jahr zu Ende war, machte Falk sich daran, die 2 Holzteile zusammenzufügen und eine Röhre für das Stromkabel durch den Ast zu bohren. Diese zu bohren erwies sich als kompliziert, da er den entsprechend langen Bohrer erst selbst bauen musste. Danach dachten wir der schwierigste Teil wäre erledigt. Doch es stellte sich heraus, dass die Lampenschirme – so wie wir sie uns vorgestellt hatten (als eine Art riesige Knospe) – die eigentliche Herausforderung waren…
Von Leim mit bunten Fäden (die Luftballonmethode) über Eisendraht mit bunten Fäden zu Eisendraht mit Maisstärkepellets auf einem Faden und dann zusammengeklebten Maisstärkepellets mit Deckel aus Eisendraht…
lampenschirmevolution
Das zufriedenstellende Endergebnis besteht nun aus Schraubverschlüssen von Illydosen (- falls Ihr das lest: Vielen Dank nochmal an das sympathische Pärchen, das uns diese auf dem NowkoellnFlowmarkt schenkte) und Metallringen aus kaputten Ikealampenschirmen umhüllt mit zusammengeklebten und lackierten Maisstärkepellets.
Puh! was für ein Akt…
Vom auffinden des Holzes bis zur Fertigstellung der Lampe vergingen dann auch nur läppische 4 Jahre…

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Mit Liebe gestaltet bis ins Detail.
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Auch für kleine Ausflüge mit dem Lastenrad ist „glowing tree“, die handliche Stehlampe, immer zu haben.

Ein langes Wochenende auf dem Land

Man kann ein langes Wochenende auf dem Land mit den unterschiedlichsten Vergnügungen füllen.
Einige essen Kuchen und überhaupt alles Mögliche in rauen Mengen. Andere versuchen unermüdlich, die eigene Bestzeit im Mah-Jongg zu unterbieten. Wieder andere heizen mit ihrem alten Kinderfahrrad über den elterlichen Rasen. Und es soll sogar Leute geben, die diese Mußezeit dafür nutzen, vier verschiedene Verfilmungen (darunter sogar eine indische!) von „Stolz und Vorurteil“ auf DVD zu schauen.
Tse.
Wir haben das Wochenende genutzt, um für unseren Sohn eine neue Schlafstätte zu gestalten.
Dieser ist dem wunderschönen Erbstück, seiner Babywiege, entwachsen – oder wahrheitsgemäßer „entklettert“ – in welcher bereits seine Mutter als Säugling schlummerte…
Das neue Kinderbettchen hat nicht minder viele Jahre auf dem Buckel – was es uns durch unzählige (naja, immerhin drei) Lackschichten, die es zu entfernen galt, nun so vortrefflich unter die Nase rieb.
Wobei, zu reiben hatten natürlich wir. Und zu schaben und zu schmirgeln und zu hobeln und zu schleifen.
Man unterschätzt jedes Mal aufs Neue diese enervierende Drecksarbeit. (Man hat aber auch nach all den Malen, in denen die Realität einem schon ihr staubiges Gesicht entgegenhielt, immer noch diese Bilder in den „Zuhause Leben“- VerschönerungsMagazinen im Kopf, in denen der Flohmarktfund nebenbei im lichtdurchfluteten Wohnzimmer abgeschliffen wird… )
Aber irgendwann musste auch der letzte Lackrest den Widerstand aufgeben und unserer Hartnäckigkeit weichen.
Und wenn man dann die Einzelteile endlich lasieren konnte und das Bettchen zusammengebaut auf seinem ihm zugedachten Platz steht, dann freut man sich, dass man das gute alte Stück vor seinem staubbedeckten Schicksal vom Dachboden des Großcousins (Groß-groß-Cousin gar zu unserem Sohne) errettete, statt sich ein seelenloses Teil aus einem der schwedischen oder nicht-schwedischen Möbelhäuser gekauft zu haben.

Im Übrigen hatten wir für all die anderen oben erwähnten Aktivitäten dennoch genügend Zeit…

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Grün war in den Siebzigern nicht un-in…

geretteter schneewittchen-zwerg

Diesen Disney-Zwerg konnten wir vor der Vernichtung retten. Donald hingegen hatte gegen den Beitel keine Chance. (Diesen Anblick wollen wir euch jedoch ersparen.)

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Herr Kraker muss vom Auszug aus der Wiege erst noch überzeugt werden…

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 …fühlt sich im neuen Heim dann aber doch recht wohl.

skør ternet mønster


Manch einer stellt solch einen Møller Chair Model No.75 (von N. O. Møller, 1954) zum Sperrmüll, manch anderer stellt ihn für viel Geld zum Verkauf ins Internet.
Und wieder andere stellen uns die Aufgabe, diesen wieder sitzbar zu machen. Wie schön!
Die ursprüngliche Bespannung war technisch sehr elegant gearbeitet, musste sich aber nach vielen Jahren des aufreibenden Kampfes dem Erzgegner Materialverschleiß geschlagen geben. So ging sie den Weg, den alles Stoffliche früher oder später gehen muss, und führte den Stuhl geradewegs zu uns.
(Wer Zeit und Muse hat lese doch bitte den Verschleiß-Wikipedia-Artikel und die dazugehörige Diskussion. Es ist spannender, als es auf den ersten Blick scheinen mag.
Man kann dabei nicht nur einen hübschen Fachterminus lernen (Tribologie), mit dem man vor Nicht-Werkstoffwissenschaftlern glänzen kann, sondern kommt über die Physik auch auf philosophisch-metaphysische Fragen (etwa das Leib-Seele-Problem) und landet gar bei der zu unserer Thematik passenden „Geplanten Obsoleszenz“, interessant dazu auch das Buch von Christian Kreiß.)
Es mag eine große Klammer sein, die ich da öffne (und wieder schließe). Aber wenn man etwas nachdenkt, tun sich da ja Welten auf…
Zurück zu unserem kleinen Beitrag. Nach einem herrlichen Ausflug auf einen Autoschrottplatz, um Gurte für ein anderes Projekt zu besorgen (mehr dazu hier), hatte ich die Idee, diesen Stuhl nicht klassisch zu bespannen, sondern mit breiten Stoffbändern zu arbeiten. Die roten und blauen Gurte sind aus alten Vorhängen aus meiner Kindheit, der braune Stoff Reste eines vorherigen Projekts. Farblich fügt er sich sehr gerne ins Gesamterscheinungsbild des Zimmers, in das er nun heimgekehrt ist. Und ich hoffe, Familie Møller sieht es uns nach, dass wir ihr großartiges Design etwas modifiziert haben.

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Eine Couch ist eine Couch ist eine Couch…


Allein seit wir dieses Sofa kennen, hatte es schon drei Besitzer. Und mindestens einen vierten hat es noch gegeben.
Wir wissen von wenigstens einem Hund (unserem), der darauf zusammengerollt chillte, einem Kind, das darauf tobte und einem weiteren, das darauf toben wird (unseres), und mehr als 10 Menschen, die darauf eine Nacht verbrachten oder ein Nachmittagsschläfchen hielten (uns nicht mit eingeschlossen).
Unsere Freundin Sarah ist die amtierende „Zuhause-Geberin“ für das Schätzchen, und bereits vor einem Jahr (Januar 2014) versprachen wir ihr zum Geburtstag, das gute Stück einer Rundumkur zu unterziehen.
Nun – zum nächsten Geburtstag – ist es vollbracht. Wir finden auch hier bewahrheitet sich das Sprichwort „Was lange währt, wird endlich gut!“
Die Federung der Polsterung – eine recycelte Matratze – ist ein Traum. Ein Wasserbett ist nichts dagegen.
Das Dessin des neuen Bezugs ist vielleicht nicht jedermanns Geschmack, passt aber wunderbar zum über ihm schwebenden Stillleben.
Und warum nicht einmal die Nase ganz tief ins Rosenbouquet?

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Peek-a-boo

Dieser einzigartige Sessel hat mit seiner Ausgangsform kaum noch mehr als seine 4 Beine gemein – und selbst diese wurden mit handgefertigten Fußmanschetten veredelt.
Die ausgefallene Gestaltung der Rückenlehne ist ein wahrer Blickfang. Der Sitzkomfort ein Hochgenuss.

Wir fanden den armen Kerl am Ende seiner Kräfte an einem Neuköllner „Müllbaum“. Jeder andere wäre beim Anblick seines erbärmlichen Zustandes kaltherzig an ihm vorbeigegangen. Die Haut zerschlissen, die Knochen gebrochen. (Ein Beweisfoto, wie schlimm es um ihn stand, findet ihr unten.)
Aber wir wären nicht vonDrecksgold, würden wir nicht den letzten Schimmer Hoffnung erkennen und handeln.
So haben wir sein sehr stabiles Grundgerüst, das schon etliche Jahrzehnte auf dem Buckel hat, genutzt, um ihn in einer neuen, außergewöhnlichen Außenform in neuem Glanz erstrahlen zu lassen. Und fertig ist das Happy End!

Wir denken, dass Konsum seine Daseinsberechtigung hat. Aber nur dann, wenn die Ressourcen geschont werden, er nicht auf Kosten anderer Menschen und in liebevoller Achtsamkeit vor den Dingen stattfindet.
Daher nehmen wir uns der Gegenstände an, die andere unbedacht wegwerfen, und lassen sie in einem neuen Design auferstehen.

Würde man Preise an Hand von Geduld und Durchhaltevermögen generieren, wäre dieser Sessel unbezahlbar. Und würde ich Falk nicht ohnehin schon lieben und achten, so wäre ich spätestens nach der Leistung, die er an diesem Stück vollbracht hat, hin und weg!
Das war buchstäblich ein trial-and-error-Projekt.
Ich ungeduldiges Ding hätte den Sessel schon 20 mal an die Wand geschleudert, noch bevor das erste Loch fertig gewesen wäre. So bestand mein Hauptanteil diesmal in „Nicht-Beteiligung“ an den wesentlichen Arbeitsprozessen, und alle Anerkennung gebührt Falk.
Einen Sessel in dieser Art haben wir bis jetzt noch nirgends sonst gefunden.
Falk nennt ihn „die Eule“.
Ich hingegen ehrfurchtsvoll „Jeepers Creepers“.

fertig frontal

ichsagjajeeperscreepers
fertig hinten

fertig detail unten
fertig detail seite
fertig detail loch
fertig detail ikone
fertig detail füße